Advent #23: mRNA - Zauberei?



Forschung und Wissenschaft rettet Leben – und macht möglich, was bisher unerreichbar schien: Dafür ist die Pandemie ein eindrucksvoller Beweis.


Denn bisher galt der Merksatz: Einen Impfstoff zu entwickeln, zu testen und genehmigen zu lassen, sowie entsprechende Herstellungskapazitäten aufzubauen, rechnet sich eher in Jahrzehnten.

Der erste COVID-19-Impfstoff hingegen stand schon nach zehn Monaten zur Verfügung – ein atemberaubender Rekord.

Dies dürfte, das haben Wissenschaftler:innen herausgefunden, allein in Europa und den USA rund 750.000 (!) Menschen das Leben gerettet haben.


Rückblende: Ende des 19. Jahrhunderts gelang es, den Krankheitserreger zu identifizieren, der eine Meningitis (Hirnhautentzündung) auslöst. Fast hundert Jahre dauerte es, bis der erste Impfstoff zur Verfügung stand. Bei der Kinderlähmung ging es schon schneller. Kaum waren 50 Jahre Forschung rum, gab es auch hier ein Vakzin. Hepatitis B dauerte noch rund fünfzehn Jahre, Masern rund zehn. Und der erste COVID-19-Impfstoff? 10 Monate. In Worten: ZEHN MONATE.


Vom Himmel gefallen sind diese Impfstoffe nicht. Auch die mRNA-Impfstoffe nicht – die ersten ihrer Art – die eine ungemein clevere Art sind, das Immunsystem zu trainieren, Krankheitserreger zu bekämpfen, gegen das es ansonsten machtlos ist.



Denn mRNA-Impfstoffe sind nichts anderes als Boten. Sie haben die Informationen im Gepäck, die das Immunsystem braucht, um aufzurüsten. mRNA-Vakzine brauchen keine abgetöteten Viren oder Virenpartikel. Sie brauchen auch keine Wirkverstärker. Sie sind nur ein Rezept: Sie sagen dem Immunsystem: „Mach dies und mach das. Dann wird Dir der Krankheitserreger nichts oder wenig antun können.“ Die Pandemie zeigt: Das Rezept funktioniert.

mRNA-Impfstoffe gibt es, weil es Menschen gibt, für die Hürden keine Hürden, sondern Provokation sind.

Sie wollen sich nicht damit abfinden, dass ein Krankheitserreger oder ein Gendefekt Menschen krank macht. Sie wollen das ändern. Und sie glauben daran, dass es möglich ist.


Auch das Alström-Syndrom gilt als unheilbar. Aber ist es das? Wahrscheinlicher ist: Wir haben die Lösung nur noch nicht gefunden. Die Geschichte der medizinischen Durchbrüche ist voll von so genannten unheilbaren Krankheiten.


Vielleicht haben wir es noch nicht entschieden genug versucht. Dabei zeigt die Geschichte der RNA-Impfstoffe: Undenkbares ist möglich.



# BECAUSE WE CAN

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